Ev. Kirche Im westlichen Ringgebiet


 
 

Gemeinsam unterwegs … Jahresbericht 2018
 
Hugo-Luther-Straße 60A
38118 Braunschweig

 

 

 


 
Inhaltsverzeichnis
 
Zur Einführung
 
2. Räumlichkeiten und Material
 
3. Zusammenarbeit im Haus
 
4. Finanzen
 
5. Mitarbeitende
 
6. Arbeit der Evangelischen Kirche im westlichen Ringgebiet   6.1 Kooperation im Ev. Pfarrverband Braunschweig West
 
6.2 Beirat, 4er Runde und fachliche Begleitung
 
 6.3 Arbeit mit älteren Menschen  

6.3.1 Geburtstagsbesuche und –gottesdienste  

6.3.2 Besuchsdienst, Beratung und Begleitung 

  6.3.3 Altenkreis in der Hugo-Luther-Straße 

  6.4 Beratung und Seelsorge 

6.4.1 Allgemeine Sozialberatung 

6.4.2 Schuldnerberatung des DRK

  6.4.3 Seelsorgerliche und materielle Unterstützung 

6.4.4 Gottesdienste in der Hugo-Luther-Straße 

6.4.5 Interreligiöse Veranstaltungen 

6.4.6 Begleitung von Flüchtlingen des Wohnstandortes Gartenstadt
 
 6.5 Arbeit mit Konfirmanden, Kindern und Jugendlichen 

  6.5.1 Konfirmandentage 

  6.5.2 Ferienaktionen FiBS 

  6.5.3 Mittagstisch, Hausaufgabenhilfe, Förderangebote

   6.5.4 Nachhaltige Schülerinnen- und Schülerförderung
 
 6.6 Stadtteilarbeit und Stadtteilkonferenz
 
 6.7 Präventionsnetzwerk Kinder- und Familienarmut
 
 6.8 Weiteres
 
 
7. Mitarbeit in Gremien
 
8. Schluss
 
Anhang – Bericht Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
 
 
 
 
 
 
Zur Einführung
 
Dies ist mein letzter Bericht über die Arbeit in der Hugo-Luther-Straße. Nach 15 Jahren Tätigkeit im westlichen Ringgebiet werde ich zum 1. August altersbedingt aus dem Dienst ausscheiden. Somit haben nach dem Sommer 2018 eine Reihe von „kleinen Abschieden“ stattgefunden, da ich viele Veranstaltungen und Vorhaben im kommenden Jahr dann nicht mehr durchführen werde. Ich versuche neben der Beschreibung der Aktivitäten und Entwicklungen des Jahres 2018 zu einzelnen Bereichen des Berichts eine zusammenfassende Einschätzung abzugeben.
 
Für unseren Pfarrverband sind im vergangenen Jahr weitere deutliche Akzente gesetzt worden. Die Zusammenarbeit im Bereich des westlichen Ringes ist deutlich vorangekommen und könnte nach meiner Einschätzung eine gute weitere Entwicklung nehmen, zu der wir – wie ich den Jahresbericht überschrieben habe – „gemeinsam unterwegs“ sind. Ich wünsche unseren Kirchengemeinden und unserem Pfarrverband mit dem alten irischen Segenswunsch und -lied „Mögen sich die Wege vor Deinen Füßen“ ebnen.  
 
Wenn ich in diesem Bericht die Arbeitsbereiche und Herausforderungen der kirchlich diakonischen Arbeit im westlichen Ringgebiet beschreibe, muss – wie in jedem Jahr – auf die Zuarbeit und Unterstützung aus unseren Gemeindebüros hingewiesen werden – was wäre wir alle ohne die Umsicht, Zuverlässigkeit und Erledigung der Gemeindebüroaufgaben durch Frau Wiegand und unsere neue Kollegin Frau Bruhn. Neben diesem Dank möchte ich auch die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen im Ev. Kirchenverband nachhaltig erwähnen. Ein ganz besonderer Dank gilt den Arbeitsbereichen Kasse, Personalverwaltung und der Grundstücksabteilung. Hier wird ein wesentlicher Teil der notwendigen Verwaltungsarbeit für die einzelnen Kirchengemeinden kompetent und tatsächlich entlastend übernommen. Die immer noch relativ nah an den einzelnen Gemeinden angesiedelte Arbeit sollte in dieser oder ähnlicher Form erhalten bleiben und nicht weiter zentralisiert werden.   
 
Die Bilder auf der ersten Seite zeigen unter dem Motto „gemeinsam unterwegs“ ein Bild des Hauses in der Hugo-Luther-Straße zusammen mit den 5 Kirchen unseres Pfarrverbandes.
 
Der Aufbau dieses Berichtes orientiert sich an der Gliederung der vergangenen Jahre, so ist Vergleichbarkeit gegeben und sind Entwicklungen und Veränderungen gut ablesbar.
 
 
 
 


2. Räumlichkeiten, Material, Ausstattung
An den Rahmenbedingungen im Quartierszentrum Hugo-Luther-Straße hat sich im vergangenen Jahr nichts verändert. Wir nutzen die Räumlichkeiten und Möglichkeiten unseres Hauses in enger Kooperation – davon profitieren alle Beteiligten. Das ist eine ganz wichtige Grundlage für gelingende Zusammenarbeit. Unser Haus erweist sich bei immer wieder neuen Herausforderungen der Arbeit als sehr praktisch und variabel nutzbar. Neben eigenen Angeboten und Veranstaltungen ist es uns wichtig, die Räumlichkeiten auch anderen Einrichtungen des Stadtteils, für Politik und Verwaltung der Stadt Braunschweig oder auch Trägern und Projekten, die sich für Anliegen von Menschen aus unserem Stadtteil einsetzen, zur Verfügung zu stellen. Zählungen, die bei uns regelmäßig durchgeführt werden, ergeben, dass ca. 200 Menschen täglich die unterschiedlichen Einrichtungen und Angebote des Hauses nutzen.
Nach den umfangreichen Modernisierungsarbeiten 2015 war zunächst eine gewisse Ruhe in Bezug auf Bauarbeiten eingekehrt. Inzwischen macht sich allerdings an einigen Stellen wieder Renovierungsbedarf bemerkbar – Kellerfenster, Dach und Dachrinnen, Außenbeleuchtung, Heizung (aus den 1980er Jahren) Fußböden und Treppe sind nur einige Baustellen, die erledigt werden mussten bzw. noch anstehen.
Unser Materialfundus hat sich im vergangenen Jahr nicht entscheidend verändert. Die vorhandenen Dinge werden häufig ausgeliehen und genutzt.  
Der Kleinbus und Hänger (gemeinsame Anschaffung und Nutzung mit der Kirchengemeinde St. Johannis) werden weiterhin für die Arbeit benötigt und alle Kosten sind durch die laufenden Einnahmen gedeckt. Es sind Rücklagen für die Anschaffung eines neuen Busses vorhanden aber im Augenblick noch nicht in der erforderlichen Höhe. Ich hoffe, dass wir sie weiter aufstocken können. Da das Fahrzeug in vielen Arbeitsbereichen unserer Gemeinden im Einsatz ist, wäre eine Erneuerung in absehbarer Zeit angebracht. Das Auto ist jetzt 12 Jahre alt und ist mit den neuen Umwelt- und Abgasnormen nicht mehr in Einklang zu bringen.
Auch wenn mit all diesen Materialien und ihrer Verwaltung ein spürbarer Arbeitsaufwand verbunden ist, halte ich es für angemessen einen solchen Pool an technischen Geräten/ Materialien und auch Fahrzeugen zur Verfügung zu haben. Dieser Fundus stellt eine gute und wichtige Unterstützung kooperativer Arbeit dar. Eine angemessene Verwaltung und Bestandspflege und ggf. Erneuerung ist erforderlich und auch dem müsste im Rahmen einer guten Übergabe der Arbeit in der Hugo-Luther-Straße Rechnung getragen werden.
3. Zusammenarbeit im Haus
Die Koordination unserer Arbeit erfolgt im Rahmen von regelmäßigen Haustreffen. Sie sind ein Ort der gegenseitigen Information, für Planungen, zur Bearbeitung von aktuellen und alltäglichen Problemen sowie für die Gestaltung des Miteinanders im Haus.  
Es hat eine personelle Veränderung im Mütterzentrum/ MehrGenerationenHaus gegeben, die langjährige Leiterin Ilse Bartels-Langweige ist ausgeschieden. Die neue Leitung des Mütterzentrums wird die gute Zusammenarbeit ganz sicher fortsetzen. Vielleicht ergibt sich auch durch neue Personen im Mütterzentrum und bei der Ev. Kirche die Möglichkeit, Arbeit noch einmal neu zu sichten und auszurichten
Als ausgewählte gemeinsame Vorhaben und Veranstaltungen nenne ich die regelmäßigen Erzählcafés mit dem Stadtteilheimatpfleger (dauerhaft 60 – 80 Besucherinnen und Besucher), sowie vier Kunstausstellungen und ein „kleines“ Hausfest im September.
Es ist schön und zugleich eindrucksvoll, wie selbstverständlich unsere 3 Einrichtungen im Quartierszentrum von Menschen, die unser Haus aufsuchen, als Einheit wahrgenommen werden.  
Unsere Öffnungszeit von oft mehr als 10 Stunden täglich, ließe sich von einem Träger allein nicht gewährleisten. Durch niedrigschwelligen Zugang zu unserem Haus, durch Angebote wie Café und Mittagstisch ergeben sich Kontaktmöglichkeiten weit über die reinen gemeindlichen Angebote hinaus. Wir werden an unserem Standort in der Hugo-Luther-Straße – und so könnte es kirchlicher Arbeit an anderen Orten auch gelingen – als Faktor im Stadtteil und im Gemeinwesen wahrgenommen. Viele kirchenferne Menschen können aus ihrer Sicht leichter mit uns und wir mit ihnen in Kontakt kommen. Gleichzeitig ergibt sich zu allen, die kirchlich gebunden sind, eine gute Ansprechbarkeit für das MehrGenerationenHaus und das Stadtteilbüro.  
So, wie wir in unseren kirchlichen Bezügen Schritte gehen, die zu mehr Kooperation unter Kirchengemeinden führen, möchte ich aus meiner Praxis sehr zur Zusammenarbeit über den kirchlichen Kontext hinaus ermutigen und halte unser Haus für ein Modell, das Schule machen sollte. Eine solche Kooperation könnte mit ganz unterschiedlichen Trägern in einem Gemeinwesen gesucht werden. Insbesondere die Zielgruppen: Kinder und Familien, Schüler und Schule, ältere Menschen, zu Gruppenangeboten oder bei entsprechendem Kooperationspartner auch zu Tagesangeboten. Weitere Angebote sollten sich an den diakonischen und sozialen Herausforderungen des näheren Umfeldes orientieren. Auf jeden Fall muss es die Möglichkeit geben, in Gemeinschaft zu essen.
4. Finanzen
Der endgültige Jahresabschluss ist noch nicht erstellt, deshalb lege ich die Ergebnisse für 2018 „gerundet“ vor. Die Zahlen in Klammern geben Auskunft über das Ergebnis des Vorjahres.
Mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe von ca. € 37.500,00 (€43.500,00) hat sich das Haushaltsvolumen nach Mehrausgaben und -einnahmen im vergangenen Jahr wieder auf dem Niveau der vergangenen Jahre eingependelt.  Mittel für Sachkosten stehen seitens der Landeskirche, der Propstei oder des Kirchenverbandes nicht zur Verfügung. Allerdings wird die Gesamtarbeit in der Hugo-Luther-Straße erst durch die volle und unbefristete Finanzierung meiner Personalstelle möglich.  Die 3 Kirchengemeinden der Kooperation leisten einen Beitrag zu den Sachkosten und unterstützen darüber hinaus immer wieder durch namhafte Kollekten und Spendenempfehlungen.  Spenden, Kollekten und Zuwendungen für die Arbeit erhalten wir aus dem gesamten Bereich der Propstei und aus der Landeskirche. Außerdem erhalten wir Mittel von Stiftungen oder aus großen Spendenaktionen wie „Hand in Hand für Norddeutschland“ – eine Aktion des NDR und der Diakonie in Niedersachsen. Insgesamt erreichten uns im vergangenen Jahr Spenden in Höhe von ca. € 21.500,00 (€25.000,00); damit ist das Aufkommen etwas geringer als im vergangenen Jahr – allerdings hatten wir im Jahr 2017 eine Großspende des Möbel- und Einrichtungshauses IKEA in Braunschweig für das Mittagstisch- und Förderprojekt mit der Realschule Sidonienstraße erhalten. Von dieser Spende konnte das Projekt auch noch im Jahr 2018 profitieren. Auch in allen anderen Bereichen waren die Ausgaben gedeckt und alle Vorhaben konnten auskömmlich finanziert werden.
Zuschüsse für Projekte wie FiBS, Stadtteilfest sowie Erstattungen und die Beiträge der Kinder zum Mittagstischprojekt beliefen sich auf ca. € 10.500,00 (€ 9.000,00)  
Die Ausgaben für allgemeine Sachkosten und Anschaffungen etc. lagen bei ca. € 6.600,00  (€ 6.000,00) und damit etwa in gleicher Höhe wie im vergangenen Jahr.
Ausgaben für Projekte und Maßnahmen (ohne Bus) € 23.670,00 (€24.500,00), davon Einnahmen und Ausgaben für das Mittagstisch- und Förderprojekt € 17.670,00.
Für Bus und Anhänger haben wir insgesamt € 4.300,00 (€ 4.500,00) aufgewendet und € 5.300,00 eingenommen (€ 5.400,00). Somit können der Rücklage ca. € 1.000,00 zugeführt werden.
Alle Bereiche des Haushaltes werden ausgeglichen abgeschlossen, nicht verbrauchte Gelder vorgetragen bzw. der jeweiligen Rücklage zugeführt.
In die finanziellen Gesamtaufwendungen für die Arbeit in der Hugo-Luther-Straße muss die Finanzierung des Freiwilligen Sozialen Jahres einbezogen werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. € 8.500,00. Berücksichtigt man außerdem die Personalkosten für die Diakonenstelle, liegt das Gesamtvolumen für unsere Arbeit im Jahr 2018 bei ca. € 120.000,00.
Insgesamt ist zu den Finanzen zu sagen, dass es in 15 Jahren Arbeit in der Hugo-Luther-Straße kein Problem war, ausreichend Finanzmittel zu beschaffen. Besonders für Projekte im sozialen Bereich, die benachteiligte Kinder und Jugendliche im Blick hatten, erschlossen sich viele Fördermöglichkeiten auf regionaler und auch überregionaler Ebene. Es ist sinnvoll und nötig, unterstützende und fördernde Arbeit in solchen Bereichen zu leisten und nicht nur auf Missstände hinzuweisen - aber auf Dauer muss es nachhaltige Veränderungen dahingehend geben, dass alle Kinder und Jugendlichen in einem Gemeinwesen aufwachsen können, in dem die ausreichende Versorgung mit Essen in der Schule sowie der Zugang zu erforderlichen Unterstützungs- und Fördermaßnahmen kostenfrei gewährleistet sind.
Finanzen für soziale Projekte mit Senioren waren deutlich schwieriger zu beschaffen. Dieser wachsende Personenkreis und alle mit altern und Alter verbundenen Herausforderungen müssen m.E. gesellschaftlich viel stärker in den Blick genommen werden.
Insgesamt sollte Kirche, auch um öffentlich weiter für Mittel zur Bearbeitung gesellschaftlicher Probleme einwerben zu können, die Arbeit in Gemeinden so ausstatten, das originäre kirchliche Arbeit in Verkündigung, Seelsorge und kirchlicher Unterweisung aus Eigenmitteln sichergestellt ist. In diesem Bereich ist „social-fundraising“ ausgesprochen schwierig und sollte m.E. eher vermieden werden.
5. Mitarbeitende
Hauptamtlich bin ich für die Ev. Kirche im westlichen Ringgebiet als Diakon mit Dienstsitz in der Hugo-Luther-Straße tätig. Außerdem ist für unsere 3 Kirchengemeinden Frau Christiane Alogna im hauswirtschaftlichen Bereich beschäftigt. Nach Ende einer Förderung durch die Agentur für Arbeit haben wir eine Festanstellung vorgenommen. Träger ist offiziell die Auferstehungsgemeinde Gartenstadt, wir streben ein Beschäftigungsverhältnis im Pfarrverband an.
Bis August 2018 war Herr Noah Mensink Mitarbeiter im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), die Nachfolge hat Frau Gesa Krause angetreten. Beide Freiwillige waren/ sind im Bereich der Kooperation für alle 3 Kirchengemeinden tätig – u.a. auch im Kindergarten St. Martini.  Unsere Stelle im Bundesfreiwilligendienst (BFD) ist seit April 2018 mit Herrn Dieter Büscher besetzt. Sein Arbeitsfeld für den hausmeisterlichen Bereich sind die 4 Kirchengemeinden im westlichen Ring.
Frau Julia Koczot leistete von November 2017 bis März 2018 ein Vorpraktikum ab. Sie studiert inzwischen „Soziale Arbeit“ und ist uns weiterhin verbunden.  
Ehrenamtlich sind weiterhin etwa 50 Menschen in den Arbeitsfeldern der Ev. Kirche im westlichen Ringgebiet regelmäßig oder bei besonderen Vorhaben tätig.
Die Begleitung der haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden ist Aufgabe für die/ den Hauptamtlichen. Es ist wichtig, als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen, die jeweiligen Arbeitsbereiche und Mitarbeitenden persönlich zu kennen, um sie zu unterstützen, die Arbeit mit ihnen zu reflektieren und sie ggf. auch entlasten zu können. Ich bin sehr dankbar für alles Engagement, das Ehrenamtliche in den verschiedenen Arbeitsbereichen aufwenden. Diese Aufgabe erfordert ausreichen Zeit und sollte auch in Zukunft gepflegt werden, denn ohne diesen Einsatz wäre unsere kirchlich diakonische Arbeit nicht möglich.  
Neben der inhaltlichen Begleitung ist es wichtig, allen Mitarbeitenden Wertschätzung entgegenzubringen und für eine Gesamtatmosphäre zu sorgen, in der sie sich gern engagieren. Für meine Nachfolge ist es sicher auch möglich, neue Akzente durch das Angebot von Praktika und Beschäftigungsangeboten für Menschen, die Aufgaben suchen, auf dem Arbeitsmarkt Erfahrungen sammeln oder Fuß fassen wollen, zu setzen. Auch die Übernahme von Projektträgerschaften oder neue Kooperationen wären möglich.
6. Arbeit der Evangelischen Kirche im westlichen Ringgebiet 6.1 Kooperation im Ev. Pfarrverband Braunschweig West
Im Januar 2018 ist der Pfarrverband offiziell gegründet und mit einem festlichen Gottesdienst gefeiert worden. Erste Pfarrverbandsversammlungen haben stattgefunden und mit den neuen Kirchenverordneten ist jetzt für die nächsten Jahre personelle Kontinuität auf den Weg gebracht worden.
In der Ausgestaltung der Arbeit im Verband können und wollen wir die Schritte gemeinsam gehen, die von allen getragen werden können. Da, wo sich sinnvolle Projekte ergeben, werden diese nach Möglichkeit auch umgesetzt. Gemeinsame Gottesdienste für den gesamten Pfarrverband sollen zukünftig mehrmals im Jahr stattfinden. Durch enge Nachbarschaft im westlichen Ring werden hier die Fäden der Zusammenarbeit innerhalb des Verbandes schon enger geknüpft und der entfernteren Lage des Weststadtgemeindegebietes Rechnung getragen. So wurden die Gottesdienstzeiten besser aufeinander abgestimmt und für den Verlauf des Jahres immer wieder Termine für gemeinsame Gottesdienste im westlichen Ring gesucht. Es fanden im Sommer 2018 während der Ferien Gottesdienste jeweils in einer der Gemeinden für  den Pfarrverband statt. Auch zu den kirchlichen Festtagen gab es gemeinsame Gottesdienste. Eine Auswertung im Herbst 2018 ergab eine ganz überwiegende Zustimmung zu diesen Schritten der Veränderung.
 6.2 Beirat, 4-er Runde und fachliche Begleitung
 
Die „Ev. Kirche im westlichen Ringgebiet“ wird inzwischen von der Kooperation der Kirchengemeinden St. Martini, St. Michaelis, Auferstehungskirche Gartenstadt und St. Jakobi getragen. Nach unserem Verständnis ist sie fester Bestandteil des Pfarrverbandes. Alle Beratungs-, Gruppen- und Veranstaltungsangebote sind sowohl für Mitglieder der Kirchengemeinden als auch für alle anderen Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils nutzbar. Um Transparenz und Rückkopplung in die beteiligten Gemeinden und Kirchenvorstände zu gewährleisten, gibt es seit 2004 einen Beirat. Diese Form der Begleitung hat sich bewährt und soll im Rahmen des Pfarrverbandes ausgedehnt werden. Die neue Verbandversammlung hat einen Beirat auf den Weg gebracht, der die Arbeit des Diakons Andreas v. Einem im Pfarrverband wie auch die Arbeit des Diakons in der Hugo-Luther-Straße übernehmen soll. Aus allen Gemeinden werden Kirchenverordnete entsandt und die Pfarrämter stimmen sich über eine angemessene Vertretung ab. Die beiden Diakone sind ebenfalls im Beirat vertreten.
Die genauen Regularien werden noch zu erarbeiten sein, 2 – 3 Zusammenkünfte im Jahr werden voraussichtlich ausreichen. Neben der Sichtung der Arbeit der beiden Diakone steht für den Beirat auch die Neubesetzung in der Hugo-Luther-Straße an. Sowohl eine konkretisierende Beschreibung des Arbeitsfeldes als auch Begleitung des Einstieges in die Arbeit müssen geleistet werden.
Neben den Beiratssitzungen fanden in 2018 monatlich die sog. „4-er Runden“ statt, eine Art regelmäßiger Dienstbesprechung der Quartiersgemeinden. Zusätzlich hat es eine längere Zusammenkunft zur Jahresplanung gegeben.  Die Fachaufsicht für die Arbeit in der Hugo-LutherStraße wird von Pfarrer Friedhelm Meiners, St. Martini, ausgeübt. Dieses sollte m.E. auch nach der Neubesetzung beibehalten werden, weil bei ihm Fachkompetenz und umfassende Übersicht über Entwicklungen des Arbeitsfeldes vorliegen.
6.3 Arbeit mit älteren Menschen 6.3.1 Geburtstagsbesuche und -gottesdienste
 
Die Besuche bei Gemeindemitgliedern von St. Michaelis ab dem 70. Geburtstag führe ich weiter durch. Daraus ergeben sich immer wieder Kontakte und Anknüpfungen. Neben diesen Geburtstagsbesuchen bin ich auch bei Senioren der anderen Kirchengemeinden besuchend unterwegs. Insbesondere bei älteren Gemeindemitgliedern wächst dadurch Vertrauen und es entsteht für sie eine tragfähige Brücke zu unseren Kirchengemeinden. Wenn dann in schwierigen Lebenssituationen – Krankheit, Hilfebedarf, Trauerfall oder auch bei materiellen Problemen – seelsorgerliche Begleitung, Rat oder Unterstützung benötigt werden, ist eine gute Basis vorhanden. Sowohl für die gemeindlichen Seniorenkreise als auch die Besuchsdienstarbeit können neue und dauerhafte Beziehungen geknüpft werden.  
Die gemeinsamen Geburtstagsgottesdienste unserer Kirchengemeinden sind eine bewährte und beliebte Einrichtung. Wir bieten einen Fahrdienst an, der regelmäßig in Anspruch genommen wird.
6.3.2 Besuchsdienst, Beratung und Begleitung
Die Besuchsdienstarbeit gibt es jetzt seit fast 15 Jahren. Damit gehört sie zu unseren ältesten Arbeitsbereichen. 5 der Ehrenamtlichen sind von Anbeginn dabei, insgesamt haben im vergangenen Jahr 10 Personen mitgearbeitet. Im vergangenen Jahr ist – wie üblich – die neue Mitarbeiterin im FSJ dazugestoßen. Außerdem hatten zwei Damen aus den Gemeinden ihr Interesse angemeldet und arbeiten inzwischen mit. Sie machen sich mit der Arbeit langsam vertraut. Alle Mitarbeitenden sind für ältere Gemeindemitglieder Vertrauenspersonen und verkörpern auf ihre Art ein Stück lebendige Gemeinde.  
Mit Besuchen, Beratungen, Einladungen zu Festen und Veranstaltungen erreichen wir einen weiterwachsenden Kreis älterer Menschen aller Kirchengemeinden des Verbandes. Bei den letzten Festen waren z.T. mehr als 50 Personen zu Gast.  
Auch die gute Zusammenarbeit mit der Nachbarschaftshilfe der AWO, Frankfurter Straße, eröffnet wechselseitig neue Kontaktmöglichkeiten.
Unser Besuchsdienstkreis trifft sich regelmäßig, um die Arbeit zu reflektieren, gemeinsam zu planen und vorzubereiten. Insgesamt fanden im Jahr 2018 acht Zusammenkünfte statt. Das neue Pflegestärkungsgesetz sowie ein Fachvortrag über altersgerechtes Wohnen in Braunschweig gehörten neben dem Austausch über aktuelle Anliegen der Mitarbeitenden und die Reflexion der laufenden Arbeit zum Inhalt der Treffen.
Besondere Aktivitäten des vergangenen Jahres: • 4 Nachmittags- bzw. Abendveranstaltungen in der Hugo-Luther-Straße mit jahreszeitlichem Programm  • Mitwirkung des Besuchsdienstes bei Geburtstagsgottesdiensten und dem Stadtteilfest  •        Offenes Haus am 24. Dezember mit anschließendem Gottesdienstbesuch in St. Michaelis Die Besuchsdienstarbeit sollte unbedingt nach dem anstehenden Personalwechsel fortgesetzt werden. Die Ehrenamtlichen sind grundsätzlich zur Fortsetzung der Arbeit bereit und es besteht sicher die Möglichkeit neue Impulse und Arbeitsformen zu entwickeln sowie den Kreis der Mitarbeitenden zu erweitern. Grundsätzlich stellt diese Form der Gemeindearbeit einen wenig beachteten aber doch sehr wichtigen Arbeitsbereich dar, denn wir kommen auf Menschen mit oft sehr geringen sozialen Kontakten zu, die mit den Besuchen „Ihre Kirche“, deren Mitglieder sie oft schon über Jahrzehnte sind, als persönlich zugewandt erleben. Wir müssen m.E. die Arbeit für und an älteren Menschen in unserer gesellschaftlichen Situation als eine wachsende und immer wichtiger werdende Aufgabe begreifen. Möge es uns gut gelingen.
 
 
6.3.3 Altenkreis in der Hugo-Luther-Straße
Ein Altenkreis der Michaelisgemeinde trifft sich weiterhin wöchentlich in der Hugo-LutherStraße. Im Jahr 2020 wird er sein „50jähriges Bestehen“ feiern können. Er wird inzwischen von mir „geleitet“ und von Frau Alogna organisatorisch vorbereitet. Soweit es sich einrichten lässt, bin ich bei den wöchentlichen Treffen zu Anfang anwesend und beginne mit einer kurzen Besinnung zur Tageslosung. Wir versuchen, zwei Nachmittage im Monat mit Programm zu gestalten: Gedächtnistraining, Spiele, Feste, kleine Ausflüge, Gespräche und Beschäftigung mit kirchlichen und gesellschaftlichen Themen im Rahmen der Möglichkeiten …. stehen auf dem Programm, 4 x im Jahr ist unsere Kirchenmusikerin, Renate Laurien, zu Gast und der Kreis singt mit ihr.
Der Kreis verändert sich ständig durch fortschreitende Krankheit, Pflegebedürftigkeit oder Sterbefälle… es kommen aber auch immer wieder neue Menschen aus allen Gemeinden dazu. Im Augenblick sind es 18 – 20 Personen, die regelmäßig teilnehmen.
Einmal im Monat trifft sich ein Seniorenkreis im Gemeindehaus St. Michaelis in der Echternstraße. Eine ganze Reihe von Seniorinnen und Senioren besucht beide Kreise.  
6.4 Beratung und Seelsorge
6.4.1 Allgemeine Sozialberatung
Sie wird weiterhin von Hans Junge, einem ehemaligen Sozialarbeiter der Diakonischen Stiftung, durchgeführt. Die wöchentliche Sprechstunde ist gut besucht. Das Angebot ist im Stadtteil inzwischen bekannt und zum Mitarbeiter besteht ein Vertrauensverhältnis. Ich bin sehr dankbar, dass wir dieses Beratungsangebot mit seiner Hilfe aufrechterhalten können.
 


6.4.2 Schuldnerberatung des DRK  
 
Auch wenn die Zahl der Ratsuchenden weiterhin gering ist, hält das DRK an diesem Termin in unserem Haus fest. Eine Sozialarbeiterin ist an 2 Vormittagen im Monat erreichbar. Für uns ein großer Gewinn und für die Menschen im Stadtteil eine Erleichterung, hier Beratung ohne Wartezeiten zu bekommen. Ich halte die grundsätzliche Überlegung, ein solches Beratungsangebot nicht nur im „offiziellen Büro“ in der Münzstraße, sondern auch dezentral in Braunschweig zu machen, für ausgesprochen sinnvoll.
6.4.3 Seelsorgerliche und materielle Unterstützung
Die Situation hat sich im Vergleich zu den Vorjahren wenig verändert. Im vergangenen Jahr waren die Anfragen eher leicht rückläufig. Ich werde weniger im Büro oder im Haus gezielt aufgesucht – vielmehr werden Feste, Veranstaltungen und mehr oder weniger zufällige Begegnungen zum Anlass genommen, ins Gespräch zu kommen. Wenn dann ein Seelsorge-, Gesprächs- oder Hilfeersuchen an mich herangetragen wird, versuche ich möglichst schnell darauf einzugehen.
Sich dann spontan darauf einzulassen, kann mühsam und manchmal auch belastend sein. Es hält gelegentlich von den Dingen ab, die „eigentlich“ erledigt oder vorbereitet werden sollten – aber ich glaube, nur so kann ich für unsere Kirche glaubwürdig in einem Stadtteil wie dem westlichen Ringgebiet agieren.  
Es ist für mich wichtig, in schwierigen Beratungssituationen Kontakt zu meinen 3 Pfarrämtern aufnehmen zu können und zu wissen, dass durch enge Netzwerkstrukturen im Stadtteil Probleme erörtert und reflektiert werden können.
In akuten Notlagen organisieren wir schnelle Hilfe durch ein Essenangebot bei uns im Haus, durch Verweis an den Diakonietreff Madamenhof. Außerdem haben wir einen langjährigen und ausgesprochen guten Kontakt zur Braunschweiger Tafel. So ist oft ganz kurzfristig eine Notlage zu lindern.
6.4.4 Regelmäßige Gottesdienste im Gemeindesaal Hugo-Luther-Straße
Die Gottesdienste an einem Freitagabend im Monat sind ein fester Bestandteil unseres Gemeindelebens. Besonders Senioren aus der direkten Umgebung nehmen gern teil, da ihnen der weitere Weg zur Kirche oft zu beschwerlich ist. Auch der anschließende gemeinsame Imbiss ist sehr beliebt und Bestandteil des Abends. Zu diesen Gottesdiensten und bei besonderen Festen oder Veranstaltungen kommen auch Menschen, die nicht zur „Kerngemeinde“ gehören. Besonders hervorheben möchte ich, dass ein Gottesdienst im Sommer zum Fest des Besuchsdienstes und einer im Dezember für den ganzen Bereich des westlichen Ringes in unserem Haus gefeiert wurde.
6.4.5 Interreligiöse Veranstaltungen
Im vergangenen Jahr haben wir gemeinsam mit dem „Kinderzimmer“ des Mütterzentrum/ MehrGenerationenHauses und dem Verein „Abrahams Kinder e.V.“ 3 interreligiöse Veranstaltungen durchgeführt. Eine interreligiöse Aktion zum muslimischen Zuckerfest, ein Fest, bei dem am 6. Dezember die Figur des Nikolaus im Mittelpunkt stand. Außerdem wurde ein Aktionskoffer zu interreligiösen Themen präsentiert – ein sehr gut aufbereitetes Arbeitsmaterial, das beim Verein Abrahams Kinder ausleihbar ist.
Die Feste waren von Kindern aus dem Haus und den benachbarten Einrichtungen, deren Eltern, Nachbarn und Gemeindemitgliedern gut besucht.  
6.4.6 Begleitung von Flüchtlingen des Wohnstandortes Gartenstadt
Der Wohnstandort für Flüchtlinge an der Alten Frankfurter Straße ist zum Mai 2017 bezogen worden. In der Gartenstadt hatte sich bereits im Jahr 2016 ein „Runder Tisch“ für die Arbeit mit Flüchtlingen gebildet – Mitglieder waren/ sind: Bürgerverein, Kindergarten, Schule, Sportverein, ev. Kirchengemeinde Broitzem, kath. Gemeinden Broitzem und Rüningen sowie die Auferstehungskirche Gartenstadt. Pfarrerin Plümke-Meiners und ich haben die Koordination dieses Kreises übernommen. Insgesamt haben ca. 40 Personen ihre Bereitschaft zur dauerhaften bzw. projektbezogenen Mitarbeit erklärt, eine größere Zahl ist an Informationen zur Projektarbeit interessiert. Im vergangenen Jahr fand ein großes Sommerfest sowie eine Reihe von kleineren monatlichen Wochenendcafés statt. Neben diesen Einzelaktionen gibt es ein regelmäßiges Angebot von Deutschunterricht, die Möglichkeit, Menschen bei Behördengängen etc. zu begleiten und die Mitarbeitenden des Runden Tisches sind ansprechbar für Anliegen, die uns aus dem Wohnstandort erreichen.
6.5 Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden, Kindern und Jugendlichen
Die Kirchengemeinden St. Michaelis, St. Martini, Auferstehungskirche Gartenstadt, St. Jakobi und die Kirchengemeinde Weststadt arbeiten eng in der Konfirmandenarbeit zusammen. Wir freuen uns darüber, dass zwei unterschiedliche Modelle – das Konfirmandenferienseminar und ein Unterrichtsangebot mit Terminen in der Woche, einer kürzeren Freizeit und Konfirmandentagen – angeboten werden können. Ab Jahrgang 2018 sind beide Modelle so zugeschnitten, dass jeweils nach den Sommerferien begonnen und im darauffolgenden Jahr konfirmiert wird.
6.5.1 Konfirmandentage
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Hugo-Luther-Straße wirken bei besonderen Projekten des Konfirmandenunterrichts mit. Wir haben uns an der Durchführung der Konfirmandentage mit den Themen: „Abendmahl“, „Kirche in Braunschweig“ sowie „Friedhof“ beteiligt. Außerdem hat der Mitarbeiter im Freiwilligen Sozialen Jahr den Konfirmandentag „Pilgern“ und die Konfirmandenfreizeit mitgestaltet.
 
 
6.5.2 Ferienaktion FiBS
Angebote für Kinder, die in den Sommerferien nicht verreisen (können), sind ein fester Bestandteil unserer Arbeit. Die beiden Standorte „Spielplatz Arndtstraße“ und das Gelände der Auferstehungskirche in der Gartenstadt haben sich bewährt. Wir haben stabile Zahlen von teilnehmenden Kindern. Bei dem Angebot auf dem Spielplatz an der Arndtstraße gibt es eine tragfähige Zusammenarbeit von Einrichtungen aus dem westlichen Ringgebiet, die das Ferienprogramm in diesem Umfang erst möglich werden lässt. Näheres zu diesem Ferienprogramm ist in dem angefügten Bericht nachzulesen.
6.5.3 Mittagstisch, Hausaufgabenhilfen und Förderangebote in der Realschule Sidonienstraße
Auch über dieses Projekt wird umfangreich für alle berichtet, die diese Arbeit finanziell gefördert haben oder ein inhaltliches Interesse an der Arbeit haben – ausführliche Informationen dazu ebenfalls im Anhang.
Im Augenblick werden in Braunschweig Überlegungen zur Errichtung einer 6. Integrierten Gesamtschule angestellt. Diese könnten Auswirkungen auf die Realschule Sidonienstraße haben, so dass sich u.U. die Arbeit für benachteiligte Kinder im Stadtteil verändern könnte. Wir werden uns an den Überlegungen auf Anfrage gern beteiligen.
6.5.4 Nachhaltige Hausaufgabenhilfen und Einzelförderung  
Dieses Projekt ist auf unsere Initiative hin vor 15 Jahren gestartet worden und wird von Rotary BS-Hanse im Stadtteil weiter gefördert. Es wird von der Spielstube Hebbelstraße, dem Familienzentrum Schwedenheim und der AWO Schülerhilfe durchgeführt. Unsere Aktivitäten konzentrieren sich auf die Mittagstisch- und Förderangebote in der Schule.
6.6 Stadtteilarbeit und Stadtteilkonferenz
Ich habe mich auch 2018 für die Stadtteilkonferenz und die Netzwerkarbeit in unserem Stadtteil engagiert, bin als einer der Sprecher aktiv gewesen. Ich habe dieses Engagement als einen kirchlichen Beitrag für den Gesamtprozess des Soziale-Stadt-Programms im westlichen Ringgebiet betrachtet. Da meine Personalstelle ausschließlich aus kirchlichen Mitteln finanziert wird, bin ich ein relativ unabhängiger Berichterstatter oder Ansprechpartner für Stadtverwaltung und Politik, denn ich befinde mich dort weder in einem personellen noch einem finanziellen Abhängigkeitsverhältnis. Um diese wichtige Funktion vor meinem Ruhestand gut zu übergeben, habe ich mich Ende des Jahres von einigen Aufgaben zurückgezogen oder diese in andere Hände übertragen.
Da die Stadtteilkonferenz ein wichtiges Organ für die Arbeit und Vernetzung im Stadtteil sowie für die Weiterentwicklung von Anliegen im Programmgebiet „Soziale Stadt“ insgesamt ist, halte ich es für dringend angeraten, dass die Nachfolge in der Hugo-Luther-Straße sich von Anfang an gut in dieses Netzwerk einbringt.  
Da die Stadtteilkonferenz mit Vertreterinnen und Vertretern der sozialen Einrichtungen vor Ort besetzt ist, findet hier eine von Stadtplanungs- und Stadtverwaltungssichtweise unabhängige Arbeit statt, die sich auch an den Interessen von sozialer Arbeit und denen der Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils orientieren kann. Neben Planungen und Verlautbarungen nach außen ist die Stadtteilkonferenz eine wichtige Einrichtung des Austausches und der Kooperation. Diese Möglichkeiten werden von vielen Beteiligten genutzt und geschätzt. Bei Planungen können Überschneidungen erkannt und vermieden werden. Einrichtungen, die sich neu im Stadtteil ansiedeln wollen, stellen sich hier vor, können erste Kontakte knüpfen oder werden von Interessierten direkt angesprochen.
 
 
Es gab im vergangenen Jahr 5 Gesamttreffen der SK Süd und daneben eine größere Anzahl von Terminen in Arbeitsgruppen zu besonderen Themen, wie bezahlbarer Wohnraum, Bürgerbeteiligung insbesondere nach Ende des Programms, Öffentlichkeitsarbeit, Vorbereitung des Stadtteilfestes und anderen Veranstaltungen sowie zur Erarbeitung von Stellungnahmen.  
Neben dem unverändert wichtigen und drängenden Thema „bezahlbarer Wohnraum“ rückt das Ende des Programmzeitraums „Soziale Stadt“ näher und es müssen belastbare Strukturen der Bürgerbeteiligung und -aktivierung geschaffen werden, die über die kommenden Jahre hinaus Bestand haben können. Ich hoffe, dass es uns noch gelingt, bei diesem Thema mit Sanierungsbeirat, Bezirksrat, Politik und Verwaltung der Stadt Braunschweig ein gutes und vielleicht sogar modellhaftes Ergebnis zu erreichen.
6.7 Präventionsnetzwerk Kinder- und Familienarmut, Mitarbeit im Beirat
Ich habe auch im vergangenen Jahr unsere kirchliche Arbeit und die Anliegen der Stadtteilkonferenz im Braunschweiger Präventionsnetzwerk vertreten und im Beirat mitgearbeitet. Zur Situation von benachteiligten Kindern in Braunschweig ist zu sagen, dass sie sich geringfügig verbessert hat. Zwar sinkt die offizielle Quote des ALG II Bezuges, aber das liegt auch an Veränderungen bei der Erfassung bzw. an einer Umstellung. Z.B. nimmt die Gewährung von Kinderzuschlag oder Wohngeld für Kinder diese aus dem ALG II, also auch aus der Statistik; das Familieneinkommen bleibt aber relativ unverändert. Außerdem sind viele allein Erziehende in geringfügigen Beschäftigungen und erhalten zusätzliche Leistungen, die sich aber auch nur unwesentlich vom Niveau des ALG II unterscheiden.  
Durch die Aktivitäten des Beirates konnte politisches Handeln in Braunschweig mit beeinflusst werden. Im Haushalt der Stadt Braunschweig stehen jetzt Mittel für die Chancenverbesserung von Kindern in Braunschweig zur Verfügung. Das Bewusstsein für die Problemlage scheint sich positiv zu verändern. Bundesweit besteht weiterhin Handlungsbedarf im Hinblick auf den Umgang mit dem „BuT“, dem Bildungs- und Teilhabepaket für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Hier sind eine Anpassung der Sätze, eine Verwaltungsvereinfachung zugunsten der Betroffenen und Schritte in Richtung einer eigenständigen Kindergrundsicherung dringend erforderlich.
Meine Mitarbeit in diesem Gremium werde ich bis zum Sommer 2019 aufrecht erhalten in der Hoffnung, dass es zu einer schnellen und guten Nachfolge für die Stelle in der Hugo-LutherStraße kommt und so auch die Erfahrungen aus Stadtteilkonferenz und Arbeit mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen weiter in den Beirat des Netzwerkes eingebracht werden kann.
6.8 Weiteres   • Mitwirkung bei Veranstaltungen und Gemeindearbeit in der Auferstehungsgemeinde – z.B. Vorstellungsgottesdienst und Konfirmation, Elternchor, Gottesdienst am Vorabend von Himmelfahrt, Verabschiedung/ Begrüßung der Mitarbeitenden im FSJ • Mitwirkung bei Veranstaltungen und Gemeindearbeit in St. Michaelis z.B. Kirchenvorstandswahl, Fahrradgottesdienst, Tag des offenen Denkmals und Martinstag • Mitwirkung bei Veranstaltungen und Gemeindearbeit in St. Martini – z.B. Geburtstagsgottesdienste, Aktionen mit Kindergarten St. Martini • Mitgestaltung von Andachten zu Passion und Ostern für die Grundschule Comeniusstraße in der Jugendkirche • Mitwirkung bei Zusammenkünften und Gottesdiensten zu Gestaltungsraum und Kooperation mit den beteiligten Gemeinden z.B. Gottesdienst anl. des Landesposaunenfestes auf dem Spielplatz am Madamenhof • Gestaltung von Angeboten auf Einladung in verschiedene Gemeindekreise • Vorbereitung und Durchführung von 4 Kunstausstellungen mit Eröffnungsveranstaltung im Quartierszentrum
• Jubiläum der Nähwerkstatt Flickwerk • Tag der Senioren • Mitgliederversammlung von AntiRost • Stadtteilfest auf dem Frankfurter Platz, vorbereitende Workshops zum Maskenbau und Theaterspiel mit Referentin Luzie Ackers • Besuch des Ministers Hubertus Heil in der Hugo-Luther-Straße – Austausch über Zugang zum Arbeitsmarkt für Langzeitarbeitslose • Tag der offenen Tür im Diakonietreff Madamenhof • Erzählcafés im Quartierszentrum Hugo-Luther-Straße • Mitarbeit in Expertenkreisen des ISEK der Stadt Braunschweig zu Fragen von Bildung, Erziehung, Kinder, Jugend und Familie • Hausfest im Quartierszentum Hugo-Luther-Straße  • Jubiläum des Stadtteilentwicklungsvereins Weststadt im „Hauses der Talente“  • Laternenfest als kooperatives Projekt im westlichen Ringgebiet • Nachmittage im Advent im Diakonietreff Madamenhof • Verabschiedung von Ilse Bartels-Langweige, langjährige päd. Leitung des Mütterzentrums • Besuch des Braunschweiger Weihnachtsmarktes mit aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden
8. Mitarbeit in Gremien • Propsteisynode (berufenes Mitglied)  • Mitglied im Diakonieausschuss, stellv. Vorsitzender • Mitglied im Ältesten- und Nominierungsausschuss • Mitglied im Vorstand der Aktion Brückenbau, stellv. Vorsitzender, als Delegierter des Diakonieausschusses • Stellv. Mitglied im Jugendhilfeausschuss der Stadt Braunschweig als Vertreter der Ev. Kirche  • Stadtteilkonferenz, SK Süd, im westlichen Ringgebiet, Leitungs- und Sprecherfunktion sowie Mitarbeit in Arbeitsgruppen  • Mitarbeit im Präventionsnetzwerk Kinderarmut der Stadt Braunschweig sowie im  • Mitglied im Beirat des Netzwerkes • Konvent der Diakoninnen und Diakone in der Landeskirche  
 
9. Zum Schluss
Meine Einschätzungen zur Fortsetzung der Arbeit habe ich bereits an mehreren Stellen des Berichtes eingefügt. Auch auf die Chancen, die in einer kooperativen Nutzung von kirchlichen Häusern/ Räumlichkeiten liegen, habe ich hingewiesen. Aus den Erfahrungen, die ich in 15 Jahre Arbeit in der Hugo-Luther-Straße gemacht habe, sind einige Wünsche und Erkenntnisse gewachsen, die ich hier anfüge:
 
• Kirchengemeinden sind in der Lage, die soziale Situation der Gemeindemitglieder und der Bewohner ihres Gemeinwesens deutlich zu erkennen – es muss originäre Aufgabe von Kirche sein, sich damit zu beschäftigen. Das Ergebnis solch einer „Beschäftigung“ heißt nicht, dass man alles selbst bearbeiten muss, ganz sicher lassen sich geeignete Partner und Netzwerke finden.
 
• Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen verfügen über Kapazitäten, räumlicher, finanzieller, personeller Art und sind vor Ort vernetzt. Dieses muss erkannt und für diakonische Aufgaben genutzt werden. Vor allem die räumlichen Möglichkeiten sollten noch mehr in den Blick genommen werden.
 
 
• Die Erfahrung aus der Arbeit in der Hugo-Luther-Straße lehrt, dass wir gut daran tun, uns für Kooperationen zu öffnen – sowohl im kirchlichen aber auch im außerkirchlichen Bereich – dabei geben wir nichts auf, sondern Kooperation führt zu wechselseitigem Nutzen.
 
• Es ist wichtig, Entwicklungen und Chancen zu erkennen, zu reagieren, sie zu nutzen und sich einzubringen -  politische Programme (z.B. Soziale Stadt), gesellschaftliche Anliegen (Kinder und Jugendliche/ Senioren/ Wohnformen für unterschiedliche Zielgruppen/ nachbarschaftliche Strukturen …) Häuser und Kirchräume/ personelle Beteiligungen (Jugendzentren/ Kooperationen mit Schule…) sind nur Beispiele für Beteiligungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten.
• Gut wäre es, wenn Kirchenleitungen bei solchen Überlegungen ermutigen und auf neuen Wegen mitgehen. Gut wäre es, Modelle bekannt zu machen und für neue Arbeitsformen zu werben.
• Die Landeskirche stellt auch für die Beschäftigung mit diakonischen Herausforderungen finanzielle Mittel für Beratungsprozesse zur Verfügung
•  – dieses sollte bekannt gemacht und genutzt werden.
• Um über Entwicklungen der sozialen Situation in der Stadt Braunschweig und im jeweiligen kirchlichen Umfeld informiert zu sein, halte ich eine regelmäßige Abfrage der Sozialdaten im Sozialatlas der Stadt Braunschweig für wünschenswert. Der Atlas bzw. die Daten sind über das Sozialreferat einholbar.
 
Für die Fortsetzung der Arbeit in der Hugo-Luther-Straße gibt es eine gute Grundlage. Trotz der knappen Personaldecke steht eine halbe Stelle zur Verfügung. Bei diesem Umfang wird es sicherlich schwierig werden, gute Bewerbungen zu erhalten und dann auch Aufgebautes weiterzuführen. Allerdings hoffe ich, dass die Bemühungen unserer Kirchengemeinden gemeinsam mit der Diakonie im Braunschweiger Land zur Finanzierung einer weiteren halben Stelle aus Sondermitteln der Landeskirche erfolgreich sein werden. Bei Stellenwechseln ist es immer gut, eine Neuausrichtung der Arbeit vorzunehmen und die scheint mir auch für die Hugo-Luther-Straße sinnvoll zu sein. Unsere Eindrücke der letzten Jahre zeigen, dass z.B. die Konfirmandenzahlen im Pfarrverband stark zurückgehen. Ein neuer Akzent der Arbeit könnte in diesem Bereich gesetzt werden. Dabei wäre es sicher wichtig, die ganze Familie und nicht nur Jugendliche in den Blick zu nehmen. Da sich die soziale Situation des Stadtteils nur wenig zum Positiven verändert hat, ist darüber hinaus eine Beschäftigung damit wichtig. Die Diakonie und Einrichtungen des Stadtteils können dafür ein guter Partner sein.
 
 
Anhang
 
 
 
Arbeit mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen
im westlichen Ringgebiet im Jahr 2018
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,
hier unser Bericht 2018. Sie haben sich/ Ihr habt Euch für unsere Arbeit im westlichen Ringgebiet interessiert, haben uns finanziell unterstützt oder fördern uns regelmäßig. Sie setzen sich für die Belange von benachteiligten Kindern und Jugendlichen in dieser Stadt und besonders im westlichen Ringgebiet ein. Sie stehen und standen uns beratend und ermutigend zur Seite. Für diese Unterstützung danken wir ganz herzlich und wollen Sie über die Arbeit des vergangenen Jahres und natürlich auch darüber, wie und wo finanzielle Förderung eingesetzt worden ist, informieren. Und natürlich möchten wir Ihnen allen danken, denn ohne Sie wäre unsere Arbeit so nicht möglich gewesen.
Mittagstisch, Hausaufgabenhilfen und Förderangebote in der Realschule Sidonienstraße an 3 Tagen in der Woche – montags bis mittwochs
Das Mittagstischangebot für Kinder und Jugendliche im westlichen Ringgebiet findet weiterhin in den Räumen der Realschule Sidonienstraße statt.
Für Hausaufgaben- und Förderangebote können Unterrichts- und Funktionsräume im benötigten Umfang problemlos genutzt werden.  
Die Zusammenarbeit mit dem Kollegium und der Schulleitung ist sehr gut – es ist ein vertrauensvolles Miteinander. Es gibt regelmäßige Kontakte, Austausch über die Lern- und Fördersituation bei einzelnen Kindern und bei Bedarf die Möglichkeit, an Konferenzen und Besprechungen teilzunehmen.  
Die Arbeit wird als gemeinsames Anliegen von Ev. Kirche im westlichen Ringgebiet und Realschule Sidonienstraße gesehen. Unser Mittagstisch- und Förderangebot richtet sich weiterhin an Schülerinnen und Schüler des 5. und 6. Schuljahrgangs aus benachteiligten Familien. Die Schulleitung informiert schon bei der Schulanmeldung betroffene Eltern. Zu Beginn eines jeden Schuljahres gibt es eine Anmeldung mit Anschreiben für die jeweiligen Jahrgänge. In besonderen Fällen können auch ältere Schülerinnen und Schüler am Mittagessen teilnehmen.
Die soziale Struktur des Stadtteils bildet sich auch bei den Schülerinnen und Schülern ab und hat sich trotz positiver Entwicklungen in den vergangenen Jahren nur wenig verändert.
Ich glaube, die Realschule ist ein guter Ort für unser Engagement, da wir hier mit einer Schulform zusammenarbeiten, die wenig im Focus öffentlicher Wahrnehmung steht und an der es ohne besondere Bemühungen von Schulleitung und Kooperationspartnern kaum zusätzliche sozialpädagogische und fördernde Angebote gäbe. Andere Schulformen sind deutlich besser ausgestattet.
Außerdem gehen wir davon aus, hier auf Kinder und Familien zu treffen, die durch den Besuch der Realschule aus eigener Initiative versuchen wollen, Zukunftsperspektiven zu verbessern. So ein Ansinnen möchten wir mit unserer Arbeit gerne unterstützen.
Seit fast 2 Jahren kooperieren wir beim Mittagessen mit der Oswald-Berkhan-Schule, einer Schule für geistige Entwicklung. Schülerinnen und Schüler von zwei Klassen dieser Schule, die auch in ähnlichem Alter der übrigen „Mittagstischkinder“ sind, nehmen am Mittagessen teil. Diese Begegnung und dieses Miteinander haben sich sehr bewährt – es stellt aus unserer Sicht ein Stück „praktizierter Inklusion“ dar. Leider wird diese Zusammenarbeit enden, das bedauern wir.
So versorgten wir im Jahr 2018 an den 3 Tagen ca. 50 Kinder mit Mittagessen, Hausaufgaben- und Förderangeboten sowie kleinen begleitenden Aktivitäten.
Dieses Angebot so an 3 aufeinander folgenden Wochentagen durchzuführen, hat sich bewährt. Ebenso die Kooperation mit der „Buddy-AG“. Anliegen dieser AG ist, dass sich ältere Schüler für die Belange von jüngeren engagieren. Diese AG organisiert an den Dienstagen das Hausaufgaben- und Förderangebot.
Das ist nicht nur für beide Seiten pädagogisch sinnvoll, sondern kommt auch uns als Träger des Angebotes sehr entgegen, denn unsere Mitarbeitenden wären nicht in der Lage, drei Tage Begleitung zu gewährleisten.
Wir halten weiterhin unser Hausaufgabenhilfe- und Förderangebot für Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen aufrecht. Montags und mittwochs stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für individuelle- oder Kleingruppenförderung zur Verfügung. Durch unseren engen Kontakt zum Kollegium ist es möglich, gezielte Unterstützungen anzubieten.
Weiterhin ist uns aber wichtig, kein Bestandteil von Schule zu sein. Alle Angebote sind (zwar nach Anmeldung, um Essen kalkulieren und Mitarbeiterzahl festlegen zu können) freiwillig und stellen keine Erweiterung des originär schulischen Angebotes dar. Mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ein pensionierter Gymnasiallehrer – Mathematik/ Physik – arbeiten regelmäßig ehrenamtlich mit.  
Sie erhalten einen Aufwandsersatz in Höhe von € 9,00/ Stunde. Außerdem ist eine junge Frau als Freiwillige im Sozialen Jahr im Einsatz.  
Der Gesamtaufwand für das Projekt betrug im Jahr 2018 ca. € 18.000,00.
Allgemein ist zu diesem Angebot noch zu sagen, dass sich die Situation von Kindern aus schwierigen sozialen Bezügen in den letzten Jahren wenig verändert hat.  
Auch wenn die Sozialdaten in Deutschland und in der Stadt Braunschweig im letzten Jahr eine positive Entwicklung aufweisen, profitieren gerade diejenigen, die schon lange in prekären Lebensverhältnissen stecken, deutlich seltener, als allgemein erhofft. Vielmehr erfahren sie – und auch wir als Akteure im Stadtteil – dass sich die Schere zwischen denen, die mehr haben, als sie brauchen, und denen, die oft mit zu Wenigem auskommen müssen, immer weiter öffnet.
In Braunschweig ist erkennbar, dass die „sozialen Brennpunkte“ erhalten bleiben. Gleichzeitig steigt der Druck auf dem Wohnungsmarkt. Davon sind Menschen mit geringem Einkommen besonders betroffen, weil es immer schwieriger wird, preiswerten Wohnraum zu finden, insbesondere dann, wenn sich die Situation der Familie – z.B. durch Trennung oder wachsende Familie – verändert.  
Aus diesen Gründen bemühen wir uns weiter, Kinder unseres Stadtteils zu unterstützen und zu fördern. Mit unseren Angeboten und Ihrer finanziellen Förderung versuchen wir, dort anzusetzen, wo der normale Schulunterricht nicht ausreicht, das Klassenziel bzw. das gestellte Unterrichtsziel zu erreichen und wo eine häusliche Förderung nicht oder nicht ausreichend vorhanden ist.  
Für all unsere Arbeit ist es eine dauerhafte Erkenntnis: neben Üben und Lernen ist die regelmäßige, persönliche und vertrauensvolle Zuwendung durch die Mitarbeitenden in den Projekten von ganz großer Bedeutung. Viele Kinder und Jugendliche leben nicht nur in materiell prekären Verhältnissen, sondern oft sind wechselnde Familien- und Betreuungskonstellationen eine zusätzliche Belastung.
Sommerferienaktionen
Auch 2018 fanden wieder verschiedene Ferienangebote für Kinder im westlichen Ringgebiet statt. An zweien waren wir als Ev. Kirche direkt beteiligt – die anderen Angebote waren in Absprache der Träger so gestaltet, dass ein sinnvolles Ferienprogramm während der gesamten Sommerferien angeboten werden konnte. Die Zeiten waren aufeinander abgestimmt.  
Das inzwischen bei Eltern und Kindern bekannte, offene Ferienangebot auf dem Spielplatz an der Arndstraße, konnte sich auf eine breite Kooperation von Einrichtungen des westlichen Ringgebietes stützen: Jugendzentrum Drachenflug, Mütterzentrum/ MehrGenerationenHaus, Stadtteilbüro plankontor, VfB Rotweiß mit dem Projekt „Lebenschancen durch Sport“, Familienzentrum Schwedenheim, Kulturinstitut der Stadt Braunschweig mit der Abtlg. Literatur und Musik, Spielstube Hebbelstraße, Jugendzentrum Rüningen, Garten ohne Grenzen, Aktion Kunstkoffer, Ev. Kirche im westlichen Ringgebiet sowie eine Reihe von Ehrenamtlichen aus dem Stadtteil waren aktiv beteiligt.
Wir haben ausschließlich offene Angebote ohne Anmeldung und ohne Erhebung von Teilnahmegebühren durchgeführt. Alle Einrichtungen beteiligten sich mit hohem Aufwand an Material, Finanzen und Mitarbeit. Ohne die bemerkenswerte Kooperation und ohne zusätzliche Fördermittel ließe sich diese Maßnahme so nicht durchführen.  
Ein großer Teil der Kinder, die teilnahmen, hatte keine Möglichkeit, mit der Familie oder einer Gruppe zu verreisen. Durch FiBS-Angebote im Stadtteil war eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung in den Sommerferien möglich. Im Anschluss an das Ferienprogramm auf dem Spielplatz konnten die Kinder bis zum Ende der Ferien andere Ferienangebote im Stadtteil besuchen.
Wie gewohnt gab es täglich auf dem Spielplatz: ein kostenfreies und gesundes Verpflegungsangebot, ausreichend Getränke, besonders an heißen Tagen, unterschiedliche kreative und entspannende Aktivitäten, die auch in diesem Jahr intensiv genutzt worden sind. Außerdem wurden wieder sportliche und aktivierende Angebote in Kooperation mit dem VfB Rot-Weiß, Projekt „Lebenschancen durch Sport“ und von einer unserer Mitarbeiterinnen gemacht.  
Besondere Höhepunkte waren die Kletterwand der Jugendförderung Braunschweig zum Eröffnungsfest, eine Basketballaktion, ein Trommelworkshop, Spezialangebote des Projektes Kunstkoffer, eine Wasserrutsche an den heißen Tagen sowie viele kreative, sportliche und spielerische Angebote.
Eine Besonderheit unseres Ferienprogramms ist, dass wir auch regelmäßig Eltern - meist Mütter mit jüngeren Geschwistern der Kinder - zu Besuch haben, dass auch ältere Geschwisterkinder kommen und eine nicht unerhebliche Zahl von Erwachsenen aus der direkten Umgebung vorbeischauen und z.T. auch während des ganzen Nachmittags dabei sind. Wir freuen uns über diese Teilnahme und die sich ergebenden Kontaktmöglichkeiten.
Alle beteiligten Einrichtungen gehen davon aus, dass die Kooperation bei FiBS auch ein gutes Signal nach außen ist. Mit Zusammenarbeit kann man mehr erreichen und den Bewohnerinnen und Bewohnern zeigen, dass es ein gemeinsames Bemühen für unseren Stadtteil gibt.
Außerdem wurde ein FiBS-Programm in der Gartenstadt auf dem Gelände der Kirchengemeinde sowie dem benachbarten Spiel- und Bolzplatz durchgeführt. Diese zweiwöchige Maßnahme fand parallel zum Ferienangebot auf dem Spielplatz Arndtstraße statt und Kinder aus der Gartenstadt konnten dort am Nachmittag dabei sein.
Das Angebot in der Gartenstadt gestalteten überwiegend ehrenamtlich Mitarbeitende. Es nahmen dauerhaft ca. 20 Kinder aus dem Stadtteil und dem westlichen Ringgebiet teil. Auch bei dieser Maßnahme waren benachteiligte Kinder besonders im Blick. Etwa die Hälfte der teilnehmenden Kinder kam aus Haushalten mit SGB II Bezug oder vergleichbaren Einkünften. Wie auf dem Spielplatz Arndtstraße stand auch hier im Vordergrund, Kindern die Teilnahme unabhängig vom häuslichen Einkommen zu ermöglichen.
Zum festen Tagesablauf gehörten: Die gemeinsame Eröffnungsrunde am Morgen, unterschiedliche kreative und musisch-kulturelle Gruppenangebote, das gemeinsame Mittagessen sowie Sport und Spiel in ganz unterschiedlichen Formen. Besondere Aktionen waren: der Bau einer großen Murmelbahn als Gemeinschaftsaktion, ein Abend am Lagerfeuer, ein Tagesausflug und ein Familiengottesdienst im Rahmen des Abschlussfestes.
Finanzen
Der finanzielle Gesamtaufwand für die beschriebenen Maßnahmen lag im vergangenen Jahr bei ca. € 23.000,00. Die Aktivitäten mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen werden überwiegend aus Spenden und Mitteln von Stiftungen finanziert. Für die Ferienaktion gab es in geringem Umfang Teilnehmerbeiträge, Fördergelder der Stadt Braunschweig, Förderung durch die Braunschweiger Stiftung Kleiderversorgung sowie Mitteln aus dem Verfügungsfonds für das westliche Ringgebiet. Besonders muss hier eine Großspende des Möbelhauses IKEA in Braunschweig erwähnt werden -  € 5.000,00 wurden uns für die Arbeit im Stadtteil zugewandt.  
Anfang des Jahres gab es eine Initiative der Diakonie in Niedersachen, gemeinsam mit dem NDR „Hand in Hand für Norddeutschland“. Aus dieser Spendenaktion haben wir eine Förderung für den Mittagstisch auch in Höhe von € 5.000,00 erhalten. Neben diesen großen Zuwendungen bekommen wir regelmäßige monatliche Spenden für den Mittagstisch sowie immer wieder auch Einzelspenden und Kollekten.
Als hauptamtlicher Mitarbeiter der Ev. Landeskirche Braunschweig ist es mir wichtig zu schreiben, dass meine Personalkosten von keiner Stelle bezuschusst werden, sondern ein Beitrag von Landeskirche, Propstei und Kirchengemeinden zur Koordinierung und Begleitung all dieser Projekte darstellt. Außerdem wird ein nicht unerheblicher Teil der Verwaltungsarbeit, die ich/ wir vor Ort nicht in der Lage wären zu leisten, im Ev. Kirchenverband unentgeltlich für uns erledigt.
Im Namen der Ev. Kirche im westlichen Ringgebiet, im Namen aller Mitarbeitenden, der Schulen und Einrichtungen sowie im Namen der Kinder, Jugendlichen und ihrer Eltern danke ich für alle Unterstützung, die uns in die Lage versetzt, diese Arbeit im Stadtteil durchzuführen. Ich halte den Einsatz weiterhin für notwendig. Wir wollen Missstände nicht nur benennen, sondern aktiv an Veränderungen mitarbeiten. So verstehen wir unseren kirchlichen und diakonischen Auftrag.  
Auf Dauer wünschen wir natürlich nachhaltige Veränderungen dahingehend, dass alle Kinder und Jugendlichen in einem Gemeinwesen aufwachsen können, in dem die ausreichende Versorgung mit Essen in der Schule sowie der Zugang zu erforderlichen Unterstützungs- und Fördermaßnahmen ausreichend zur Verfügung stehen. Diese Grundpfeiler für Bildung, Entwicklung und Sicherung von Zukunftsperspektiven sollten auch im gesellschaftlichen Interesse errichtet werden. Alle Gelder, die in präventive Maßnahmen investiert werden, wirken sich nach vielen vorgelegten Untersuchungen am Ende auch finanziell positiv aus.  
Als Mitglied im Beirat des Braunschweiger Fonds für Kinder und Jugendliche, in den ich meine Praxiserfahrungen einbringen kann, nehme ich positive Veränderungen wahr –  Neben Geldern des Fonds für benachteiligte Kinder und Jugendliche gibt es seit 2018 Mittel der Stadt Braunschweig für einen Schulmittelfonds. Das Mittagessensystem ist immer wieder diskutiert worden, damit sichergestellt wird, dass alle Kinder an Ganztagsschulen Essen unabhängig von den Finanzen bekommen. Bundesweit finden Überlegungen zur Veränderung des SGBII/ Hartz IV, statt, ebenso Überlegungen zur Einführung einer Kindergrundsicherung. Das zeigt, durch die fortgesetzte öffentliche Diskussion und das Aufweisen von Mängeln und Fehlentwicklungen hat eine gewisse Sensibilisierung und Veränderungsbereitschaft in der Politik Einzug gehalten.
Noch ein kurzes Wort in eigener Sache
Ich werde Mitte des nächsten Jahres nach mehr als 15 Jahren aus meinem Dienst in der Hugo-LutherStraße ausscheiden. Wenn ich – wie auch in diesem Bericht – schreibe, dass unsere Arbeit ohne Ihre Unterstützung und Begleitung nicht möglich wäre, so will ich damit niemandem „Honig ums Maul streichen“, sondern beschreibe, wie es ist. Ohne Spendengelder und Mittel von Stiftungen wäre diese Arbeit nicht finanzierbar. Natürlich brauchen wir auch immer Menschen, die sie öffentlich vertreten und darüber berichten können. Es ist wichtig, dass die Personalkosten, wie es bei mir der Fall gewesen ist, einen sicheren Beitrag und eine dauerhafte Beteiligung von Kirche an dieser Arbeit darstellen.
Ich hoffe, dass es eine gute personelle Nachfolgeregelung geben wird, dass begonnene Arbeit fortgesetzt werden kann und dass Möglichkeiten zu Veränderungen und möglicherweise Erweiterungen kirchlich diakonischer Arbeit im westlichen Ringgebiet geschaffen werden können.
Deshalb bitte ich alle Unterstützerinnen und Unterstützer um weitere Verbundenheit mit unserer Arbeit für benachteiligte Kinder und Jugendliche … und hoffe darauf, dass Sie am Ende des kommenden Jahres darüber in einem Bericht für das Jahr 2019 Genaueres nachlesen können.
 
Braunschweig, im Dezember 2018        Ulli Böß